Dorferneuerung

Baureif noch in diesem Jahr Mit Dorfscheune und Platzgestaltung nimmt Dorferneuerung wieder Fahrt auf Nach zwei Jahren des Stillstands kommt endlich Bewegung in das kom­munale Großprojekt der Höringhäuser Dorferneue­rung.
VON CONNY HÖHNE Waldeck.
Wegen Kommunikati­onsproblemen der beteiligten Fachbehörden war die Dorfer­neuerung laut Bürgermeister Jörg Feldmann ins Stocken gera­ten. Das Förderprogramm für private Maßnahmen ist längst ausgelaufen. Für kommunale Projekte wurde Fristverlänge­rung beantragt. Inzwischen ist der Förderbescheid für die Pla­nung auf dem Gelände des ehe­maligen Hofguts eingetroffen.
Es bleibt bei der Förderhöchstsum­me von 1,368 Millionen Euro.
Hubbühne am Bürgerhaus
In der Stadtverordnetenver­sammlung im Dorfgemein­schaftshaus Netze am Dienstag­abend stellte der Bürgermeister das Konzept für noch offene Maßnahmen vor. Neben Dorf­museum und Haus der Musik als Einzelprojekte stehen unter kommunaler Regie die Freiflä­chengestaltung auf dem Gelän­de des ehemaligen Hofguts und der Bau einer Dorfscheune im Blick. „Wenn sich das Parlament einig ist, könnte es dieses Jahr umgesetzt werden“, signalisierte Feldmann. Auf der Freifläche hinter dem neuen Brunnen ist eine etwa 8 mal 16 Meter große Dorfscheu­ne in einfacher Holzbauweise geplant. Sie soll mit entspre­chenden Anschlüssen für Feste und andere Veranstaltungen ge­nutzt werden. Daran schließt sich ein Spielbereich mit Kin­derspielgeräten an, und am obe­ren Rand ein Senioren-Fitness- pfad mit Geräten. Harmonisch abgerundet wird der ganze Komplex mit Bäumen und einer Hecke. Ein weiterer Baumstrei­fen ist an der benachbarten Frei­fläche an der Straße Kübenborn vorgesehen als Andeutung der Gebäudeachsen des ehemaligen Hofguts. Zusätzlich aufgenommen wurde in die Förderung der Eingangsbereich zum Bürgerhaus. Er soll mit einer Scherenhubbühne behindertengerecht um­gestaltet werden. Die Kosten da­für schätzte der Bürgermeister auf 5000 Euro. „Eine Rampe zur Überbrückung der Höhendiffe­renz von 80 Zentimetern wäre doppelt so teuer.“ Die Toiletten im Bürgerhaus sollen für Veran­staltungen der wenige Meter entfernten Festscheune zur Ver­fügung stehen. „Das vorhandene Budget reicht im Moment aus, um das alles umzusetzen“, sagte der Bür­germeister. Stadtverordnetenvorsteher Karl-Heinz Schmidt (SPD) kon­terte kopfschüttelnd: „Ich halte das gesamte Konzept für über­holt.“ Die Dorfscheune in der angedachten Ausbauweise sei überflüssig. „Das ist rausge­schmissenes Geld.“ Es sei an der Zeit, dass die Lebenshilfe einsteigt. Der Kreisverband hat be­kanntlich Interesse an Senioren­wohnungen und einer Tages­stätte am ehemaligen Herren­haus des Hofguts bekundet. Die Investoren seien immer noch da, versicherte Bürgermeister Feldmann. „Es macht aber kei­nen Sinn, am Herrenhaus etwas anzufangen, wenn wir die ande­re Fläche an der Dorfscheune noch nicht fertig haben.“ Eine weitere Änderung der Pläne sei schädlich für die Förderung. „Diese Scheune muss gebaut werden, denn sie ist Teil der Dorferneuerung.“ Dieter Kiepe (SPD) sah dies ähnlich und verwies auf den re­gen Arbeitskreis Dorferneue­rung, der sich eingehend mit der Gestaltung befasst habe. Eber­hard Diebel (FWG) als Mitglied des Arbeitskreises bat darum, dessen Arbeit zu respektieren anstatt „das alles zu zerreden“.

Dorferneuerung 2

So soll die Festscheune einmal aussehen – in Holzbauweise und mit offenem Bereich.

 

Dorferneuerung 1

 

Der Eingangsbereich des Bürgerhauses (vorn, rechte Bildhälfte) wird im Rahmen der Dorferneuerung behindertengerecht ausgebaut. Es ist nur wenige Meter entfernt von der geplanten Festscheune mit Spielbereich und Senioren-Fitnesspfad. Zeichnung: Planungsbüro Bioline