2024 WLZ 29. 05. Strom und Wärme für Selbach

Mit Zuschüssen aus Fördertöpfen ist ein Nahwärmenetz geplant

VON CONNY HÖHNE

Energie für ein Dorf: Im Waldecker Stadtteil Selbach plant eine private Initiative ein Nahwärmenetz. Foto: Archiv

Waldeck Im Waldecker Stadtteil Selbach soll durch eine private Initiative ein Strom- und Wärmenetz installiert und eine GmbH gegründet werden. In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung wurde das Vorzeigeprojekt ausdrücklich begrüßt. Die Stadt Waldeck erwirbt fünf Gesellschafteranteile.

Die Pläne: Eine „SWS Strom und Wärme Selbach GmbH“ soll gegründet werden. Dabei geht es um die Produktion und Bereitstellung von Energie zur Wärmeversorgung von Liegenschaften in Waldeck. Dabei könnten auch alle städtischen Liegenschaften angeschlossen werden, wie zum Beispiel das Dorfgemeinschaftshaus.

Das geplante Nahwärmenetz wird voraussichtlich mit hohen Beträgen aus Förderprogrammen unterstützt und soll sich anschließend selbst aus Erträgen finanzieren, heißt es in der öffentlichen Sitzung in der Stadthalle in Sachsenhausen.

Gesellschafter können Geschäftsanteile in Höhe von jeweils 500 Euro erwerben, je nach Anteilen wird Stimmrecht in der Gesellschafterversammlung gewährt. Der Magistrat begrüßt das nachhaltige Projekt nicht zuletzt aufgrund der Initiativwirkung.

Positiv äußern sich nun auch die Sprecher der Fraktionen. „Es ist begrüßenswert, wenn sich ein einem Ortsteil Leute finden, die so eine Investition tätigen wollen“, sagt Jürgen Schanner (Bündnis 90/Die Grünen). Gerade die Energieversorgung sei ein Schwerpunktthema. Bekanntlich entwickeln Landkreis, Kommunen und EWF aktuell gerade gemeinsam ein Konzept, welche Energieform an welchem Ort Sinn ergibt. „Selbach ist da schon zwei Schritte weiter,“ urteilt Schanner. Michaela Herzog-Reinhardt (SPD) lobt das Projekt: „Wir sehen das als beispielhaft für andere Ortsteile an.“ Besonders hervorzuheben sei die Möglichkeit zur Beteiligung für alle Interessierten. „Jeder kann davon profitieren.“

„Super“ ist das Konzept auch aus Sicht von Michael Keller (CDU). Zwar sei noch nicht ganz sicher, ob das Projekt so umgesetzt werden könne, die Unterstützung seiner Fraktion signalisierte er aber schon.

Voll des Lobes war auch Martin Germann (FWG). Nach dem ehrenamtlichen Engagement für den neuen Dorfplatz in Nieder-Werbe (WLZ berichtete), der kurz vorher von den Stadtverordneten beraten wurde, gehe es nun erneut darum, dass Bürger in eigener Regie „etwas anpacken und versuchen, Lösungen zu finden“. Das soll zum Nachahmen anregen, hofft der FWG-Sprecher.

Die Stadtverordneten beschlossen den Kauf von Geschäftsanteilen in Höhe von insgesamt 2500 Euro. Der Beitritt zur Gesellschaft soll der Kommunalaufsicht beim Landkreis Waldeck-Frankenberg unverzüglich angezeigt werden.

Ob die Stadt Waldeck zudem eine Bürgschaft gewährt, wie von den Initiatoren angefragt, soll erst nach Abarbeiten eines umfangreichen Fragenkatalogs und nach weiteren Informationen in enger Zusammenarbeit mit der Kommunalaufsicht gesondert beraten und beschlossen werden.