2023 WLZ 23. 06. Wieder mehr Triathleten am Edersee

38. Waldecker Triathlon: Zweikampf zwischen Schumann und Mehrhoff?

VON GERHARD MENKEL

Warten auf den Schuss: Triathlon-Startgruppe am Strandbad unterhalb von Schloss Waldeck, für das natürlich niemand hier einen Blick hat. Foto: artur worobiow

Waldeck – Im vergangenen Jahr hatten sie beim TSV Eintracht noch mit dem Corona-Schock zu kämpfen. 260 Frauen und Männer am Start des Waldecker Edersee-Triathlons nach zwei von der Pandemie erzwungenen Absagen, das war ein ausbaufähiger Zuspruch. Dafür hatten sie Jens Schumann als ersten Sieger aus den eigenen Reihen. Und nun bei der 38. Auflage an diesem Samstag? Die Starterzahlen gehen nach oben, und Daniel Hankel spekuliert auf der Olympischen Distanz ein bisschen auf ein Duell zweier heimischer Triathleten. Mit Schumann.
Hankel ist der Leiter der Triathlon-Sparte der Waldecker Eintracht und verkündet froh, dass bis jetzt rund 350 Dreikämpfer und Dreikämpferinnen gemeldet haben. Es können noch mehr werden, Nachmeldungen sind am Samstag drin (bis 9 Uhr), ehe sich um 11.05 Uhr die erste Gruppe auf die Schwimmstrecke begibt.
Für das Plus sorgen vor allem der Volkstriathlon und die Tatsache, dass die 3., 4. und 5. Hessenliga am Edersee um Teampunkte schwimmt, fährt und rennt. Sie brächten mehr Aktive an den Start als Senioren- und Mastersliga, die zuletzt regelmäßig am Edersee Station machten. „Erfreulich ist, dass auch mehr Frauen gemeldet haben“, sagt Hankel. Etwas schüchtern weist auch die Zahl der angemeldeten Staffeln (sieben; Vorjahr fünf) nach oben.
Dem besten Trio gehörte im vergangenen Jahr Relin Mehrhoff an. Der Herzhäuser, kontinuierlich stärkster Triathlet der Trianhas des VfL Bad Arolsen in der 2. Hessenliga, nimmt morgen die Olympische Distanz (1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren, 10 Kilometer Laufen) in Angriff – und trifft eben auf Vorjahresgewinner Schumann.
Für seinen Vereinskollegen sei der Wettkampf eine Art Warm-up, sagt Hankel. Schumann wolle in der Woche darauf beim Frankfurter Ironman am 1. Juli versuchen, die Qualifikation für die Weltmeisterschaft auf Hawaii zu erreichen.
Für die Kurzdistanz gemeldet haben eine ganz Reihe heimischer Triathleten und Triathletinnen. Darunter sind Sebastian Heck als zweiter Mann aus der Waldecker TSV-Abteilung oder die Trianhas Annika Hartmann, Nils Kindel und Artan Boci. Als Extra haben die Waldecker abermals eine Bergsprintwertung zwischen Nieder-Werbe und Basdorf im Programm.
In der Liste zum Volkstriathlon (0,75 –20 – 5) fehlt der Schnellste von 2022, Christoph Benz (Kassel), dabei ist aber der Rangzweite Jonas Degenhardt von CJD Oberurff. Die Siegerin der Frauenwertung, Julia Altrup vom VfL Marburg, hat bisher ebenfalls nicht gemeldet.
Die Startreihenfolge hat der TSV Waldeck geändert: Nach den Volkstriathletinnen und Staffeln (11.05 Uhr) sowie den Volkstriathleten (11.10 Uhr) schickt der Starter um 11.20 Uhr für die Olympische Distanz als erste die Teilnehmenden an der Offenen Wertung auf die Schwimmstrecke, erst danach die Ligawettkämpfer. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der und die erste im Ziel auch tatsächlich die Gesamtsieger sind.
Auf der Radstrecke werden Athleten und Athletinnen vermutlich mit mehr Auto- und Motorradverkehr als sonst zu tun haben. Darauf weist Daniel Hankel wegen der Sperrung der Bundesstraße 252 zwischen Dorf- und Thalitter hin. Vor allem zwischen Alraft und Vöhl könne sich das bemerkbar machen, sagt er, über diesen Abschnitt wird der Verkehr umgeleitet. Auch dass die Landesstraße zwischen Mehlen und Affoldern gesperrt ist, hat Auswirkungen. Hankel und seine Kollegen rufen zu erhöhter Vorsicht auf.
Rund 200 Helfer und Helferinnen wollen für einen reibungslosen Ablauf des Wettkampfs sorgen, auch Polizei, Feuerwehren und Rettungsdienste sind erneut gefragte Unterstützer. „Ohne sie alle würde es nicht gehen“, sagt Hankel. Zentrum des 38. Edersee-Triathlons ist wie immer der Sportplatz in Waldeck als Wechselzone von der zweiten zur dritten Disziplin und als Ziel. Das Schwimmen geht wieder am Strandbad los, aufs Rad wechseln die Aktiven oberhalb davon auf dem Waldparkplatz.